Nicolai Levin

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Altersbeschränkung

Vor kurzem war ich mit einer Gruppe von Grundschulkindern im Kino. Wir haben uns “Die Eiskönigin” angesehen. Der neue Disney-Animationsfilm. In 3D. Toll gemacht übrigens.

Die Geschichte ist eine freie Adaption von Hans Christian Andersens gleichnamigem Märchen, ich verrate also hoffentlich inhaltlich keine Überraschungen hier. Einige der Szenen waren ziemlich spannend und gruselig. Die Helden fuhren auf einem Schlitten durch den nächtlichen Winterwald und wurden von einem Rudel hungriger Wölfe gejagt. Gelbe Augen in schwarzer Umgebung, der tapfere Held schaffte es nur mit knapper Not, mit der Peitsche die Bestien abzuwehren.

Dann schuf die böse Eiskönigin ein Monster aus Schnee, um Eindringlinge abzuwehren, die ihre Eisburg stürmen wollten. Das Wesen war groß wie drei Männer, mit grimmiger Fratze, es riss Tannenbäume aus und warf sie – 3D! – geradewegs ins Publikum. Im Saal saßen ein paar Vierjährige, die spätestens hier schrien und weinten.

Dazu ging es auch emotional hoch her. Die Heldin wurde von dem einzigen Verbündeten enttäuscht, den sie auf der Welt hatte. Der wunderbare Prinz Hans war in Wahrheit kalt und berechnend, er liebte sie gar nicht, sondern wollte nur ihren Thron. Und sie drohte allmählich zu Eis zu erstarren …

“Die Eiskönigin” ist übrigens ohne Altersbeschränkung freigegeben.

Bei uns zu Hause zählt an den Feiertagen “Single Bells” zum Pflichtprogramm. Diese österreichische Filmkomödie nimmt satirisch Weihnachten aufs Korn. Die Familie kommt zusammen, Tradition trifft auf den Wunsch nach Selbstbestimmung, die beiden Großmütter versuchen – jede auf ihre Weise – ihre sehr unterschiedlichen Vorstellungen von einem “richtigen” Weihnachtsfest durchzuboxen. Alles streitet, die halbgerupfte Gans landet in der Mülltonne, die achtjährige Tochter des Hauses wird mit Eierlikör abgefüllt, und am Ende brennt buchstäblich der Baum. Wenn wir uns das ansehen, amüsiert sich die ganze Familie prächtig – inklusive der Kinder.

Auf der Hülle der DVD prangt ein Aufkleber, dass “Single Bells” ab 12 Jahren freigegeben ist.

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