Nicolai Levin

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2014. Fast vorbei.

Rechtzeitig zum zweiten Weihnachtstag ist der Schnee gekommen. In dicken Flocken hat er die Welt weiß getüncht. Für die Festtagsstimmung kam die Pracht ein bisschen zu spät, aber es hat doch was Tröstliches, wenn es in diesen dunklen und stillen Tagen wintergerecht aussieht draußen.

Das Jahr neigt sich zu Ende. Wenn wir uns ehrlich sind, war es für zu viele Menschen kein gutes Jahr. In Syrien und im heiligen Land herrscht immer noch Krieg, und etwas weiter im Osten haben wir das hässliche Wort “Terrormiliz” kennen und fürchten gelernt. Im Westen Afrikas starben die Menschen an Ebola, dass sie im Inneren des Kontinents ungebremst in Bürgerkriegen und an Hunger sterben, ist uns schon keine Nachricht mehr wert.

Aufregender war da für die Nachrichtenkonsumenten im Westen das Geschehen in der Ukraine, wo Wladimir Putin sich in der Rolle des einsamen Finsterlings gefällt — eine Rolle, die sonst den Führern Nordkoreas vorbehalten war. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren es prorussische Milizen, die ein unbeteiligtes Flugzeug vom Himmel geschossen haben. Ein anderes Flugzeug verschwand 2014 einfach vom Himmel und bleibt bis heute ein Rätsel.

Dass ebenfalls 2014 die olympischen Winterspiele im russischen Sotschi stattfanden, erscheint mir aus heutiger Sicht bizarr. Ist das wirklich noch kein Jahr her? Und Deutschland wurde Fußballweltmeister der Männer — im Gedächtnis blieb mir aber vor allem das märchenhafte Halbfinale gegen Brasilien, das unglaublicherweise mit 7:1 endete!

Zu den erfreulichen Ereignissen zählte für mich die Verleihung des Friedensnobelpreises an zwei würdige Preisträger, die sich für die Belange von Kindern einsetzen in einer Welt, die das immer noch nicht selbstverständlich nehmen darf.

Uli Hoeneß ging in den Knast und eine bärtige Dragqueen aus Österreich gewann den Eurovision Song Contest.

Pleite gingen 2014 Weltbild und Prokon und der ehrwürdige Fernsehbauer Metz.

“Wetten dass” fand sein wohlverdientes Ende.

Karlheinz Böhm starb und Joachim Fuchsberger und Eusebio und Maximilian Schell. Alle in würdigem Alter. Die Schauspieler Philip Seymour Hoffman und Robin Williams hingegen starben vielleicht zu jung, ebenso wie Frank Schirrmacher. Udo Jürgens’ Tod kam im 80. Lebensjahr und dennoch überraschend, während der Lebenswandel von Joe Cocker sein Ende mit 70 weniger merkwürdig erscheinen lässt.

Hoffen wir, dass 2015 uns allen wieder mehr gute Nachrichten bringt.

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